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2018-04-27 [

Daniela Neubacher, Florian Aigner

 | PR und Marketing ]

Podiumsdiskussion: Informatik und Gesellschaft

Globale und gesellschaftliche Herausforderungen für die Informatik werden am 8. Mai an der TU Wien bei einer prominent besetzten Podiumsdiskussion beleuchtet.

Bild: StudioM1/istockphoto.com

Mehr als je zuvor beeinflussen Spitzentechnologien und wissenschaftliche Errungenschaften die bestehende wirtschaftliche und politische Ordnung auf nationaler und globaler Ebene. Die Informatik spielt heute etwa auch bei der Entstehung großer Industriezweige und in der Geopolitik eine entscheidende Rolle.

Anlässlich der Verleihung der Ehrendoktorwürde der Technischen Universität Wien (TU Wien) an Henry Fuchs (Universität North Carolina | TU Wien) und Moshe Vardi (Rice University) wird am 8. Mai an der TU Wien bei einer Podiumsdiskussion zum Thema "Global and Societal Challenges for Computer Science" diskutiert. Gemeinsam mit Christiane Floyd (Universität Hamburg | TU Wien) und Hannes Werthner, Dekan der Fakultät für Informatik (TU Wien) widmen sich die beiden neuen Ehrendoktoren der Frage nach der Rolle der Informatik und der Universitäten im transformativen Zusammenspiel von Exzellenz und Verantwortung.

"Global and Societal Challenges for Computer Science"
Podiumsdiskussion mit Christiane Floyd (University of Hamburg | TU Wien), Henry Fuchs (University of North Carolina, USA), Moshe Vardi (Rice University, USA) und Hannes Werthner (TU Wien).
Moderation: Margret Childs (Metropole)
8. Mai 2018, 17:30‐19:30
TUtheSky, Getreidemarkt 9, 1060 Wien

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Am Podium:

Moshe Y. Vardi gehört zu den meistzitierten Computerwissenschaftlern der Welt. Seit 1993 ist er Professor an der Rice University (Texas, USA). Als ein führender Forscher auf dem Gebiet der Logik‐Anwendungen in der Informatik gilt er als starke Stimme in der Diskussion um die Rolle der Informatik in der Gesellschaft.

Moshe Vardi studierte Physik und Informatik an der BarIlan Universität und am Weizmann Institut. Er promovierte an der Hebräischen Universität in Jerusalem (Israel). Vardi war mehrere Jahre in verschiedenen Positionen bei Top‐Institutionen wie der Hebrew University, der Stanford University und dem IBM Research Center in San Jose (USA) tätig.

Henry Fuchs ist einer der führenden Wissenschaftler auf dem Gebiet der virtuellen und erweiterten Realität. Schon lange bevor es überhaupt einen Namen für dieses Gebiet gab, wurde er seit den 1970er-Jahren immer wieder zum Wegbereiter für wichtige Teiltechnologien. Henry Fuchs und sein Team entwickelten Algorithmen und Hardware für real‐time, realistic image generation virtueller Objekte und erzeugten damit die Vorläufer der Graphics Processing Units (GPUs). Zudem entwickelte das Team bahnbrechende Augmented‐Reality‐Systeme.

Für seine Arbeit erhielt Henry Fuchs zahlreiche Anerkennungen. Er ist Fellow der ACM und IEEE, Preisträger des 2013 Virtual Reality Career Award des IEEE VGTC, Fellow der Amerikanischen Akademie der Wissenschaften, Mitglied der ehrwürdigen (US) National Academy of Engineering. Im Jahr 2015 erhielt er den Steven A. Coons Award von ACM Siggraph, den renommiertesten Preis für Computergrafik.

Christiane Floyd
ist emeritierte Professorin für Software Engineering und Honorarprofessorin an der TU Wien. Sie erhielt ihren Dr. phil. in Mathematik an der Universität Wien. Zwischen 1966 und 1968 entwickelte sie einen Algol 60‐Compiler für Siemens in München; von 1968 bis 1973 war sie wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Stanford University und von 1973 bis 1977 Senior Consultant für Softwareentwicklungsmethoden bei Softlab in München.

Sie arbeitete als Professorin und Leiterin der Software Engineering Group an der Technischen Universität Berlin (1978‐1991) und der Universität Hamburg (1991‐2008). Ein verantwortungsvoller Umgang mit Computertechnologie ist Floyd ein großes Anliegen. 1984 war sie Gründungsmitglied und erste Vorsitzende des FifF (Forum InformatikerInnen für Frieden und gesellschaftliche Verantwortung). Seit 2006 engagiert sie sich für die Förderung des Einsatzes von Informations‐ und Kommunikationstechnologien für die Entwicklungsarbeit in Äthiopien und berät derzeit das von der Austrian Development Agency geförderte Projekt "Technology Enabled Maternal and Child HealthCare".

Hannes Werthner ist Professor für E‐Commerce an der TU Wien. Seit 2016 ist er Dekan der größten Fakultät für Informatik in Österreich. Werthners Forschungsschwerpunkte umfassen personenbasierte Empfehlungssysteme und Netzwerkanalysen. Er hat unter anderem die Konzeption und Entwicklung von Tiscover, der weltweit ersten Online‐Plattform für den Tourismus, vorangetrieben.

In seiner Funktion als Dekan adressiert Werthner häufig die gesellschaftliche Verantwortung von Universitäten in der Öffentlichkeit und konzentriert sich dabei auf die Rolle der Informatik im Prozess der Digitalen Transformation. Darüber hinaus ist er Initiator und Mitbegründer des 2016 gegründeten Centre for Informatics and Society (C!S). Dieses forciert die interdisziplinäre Forschung an der Schnittstelle von Informatik und Gesellschaft und fördert den öffentlichen Diskurs durch Workshops, Vorträge und öffentliche Veranstaltungen.

Margret Childs ist in New York geboren und kam als Teenager mit ihrer Familie nach Wien. Während ihres Studiums der Philosophie arbeitete sie als Journalistin, Redakteurin und Producer für TV, Print und Online, und schrieb bis 2015 über Wirtschaft und Start-ups für Die Presse. Im Herbst 2015 gründete sie den crossmedia Verlag Home Town Media, das als zentrales Produkt das Magazin Metropole herausgibt. Sie ist seit Sommer 2017 im Vorstand von AustrianStartups.

 

Bild: StudioM1/istockphoto.com