Technische Universität Wien
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Die Best Practice Projekte der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Genderstudies:

  

Gender in die Lehre (GiL):


Gender in die Lehre (GiL) ist das erste Projekt in Österreich, das sich umfassend mit dem Zusammenhang zwischen Gender und zwei ausgewählten Studienrichtungen einer Technischen Universität (Elektrotechnik und Technische Physik) auseinandergesetzt hat. Ziel war es, eine Sensibilisierung auf unterschiedlichen Ebenen zu bewirken, konkrete Handlungsempfehlungen zur Implementierung von Gender in die Lehre zu entwickeln und an Veränderungen zu arbeiten. Während in anderen Projekten der Mangel oft bei den Frauen lokalisiert wird, sollte GiL erkennen und deutlich machen, dass eine Technische Universität für Frauen (und auch viele Männer) an Attraktivität gewinnen kann, wenn es Strukturveränderungen und Änderungen innerhalb der Fachkulturen gibt.

Projektziele:

  •     Sichtbarmachen bestehender Geschlechterverhältnisse an der TU Wien
  •     Eine Verbindung von Gender und Elektrotechnik bzw. Technischer Physik schaffen
  •     Maßnahmen zur Gestaltung von Studieneingangsphasen entwickeln, zur Präsentation nach außen
        und zur aktiven Veränderung der Fachkulturen Handlungsempfehlungen für Lehrende entwickeln,
        um wissenschaftliche Forschungsergebnisse in die praktische Arbeit des Lehrpersonals
        einzubringen und so geschlechtergerechtere Didaktik anzuregen
  •     Das Thema Gender langfristig an der TU Wien verankern

GiL wurde als Projekt der Koordinationsstelle für Frauenförderung und Gender Studies TU Wien (heute: Abteilung Genderkompetenz) in Kooperation mit KnollSzalai –  Technisches Büro für Landschaftsplanung und Unternehmensberatung mit einer Laufzeit von Oktober 2005 bis Dezember 2007 durchgeführt. Finanziert wurde GiL im Rahmen des Projekts „Equality“, eines vom Rektorat der TU Wien beim Österreichischen Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur beantragten Maßnahmenpakets. Ziel hierbei war es, den Frauenanteil beim wissenschaftlichen Nachwuchs zu heben und die Chancen von Frauen für eine (wissenschaftliche) Karriere entscheidend zu verbessern.


fFORTE WIT – Women in Technology:


Das Frauenförderprojekt fFORTE WIT – Women in Technology fokussierte auf Dissertantinnen, Studentinnen, Schülerinnen und Nachwuchswissenschafterinnen. Ziel war es, den Frauenanteil unter den Studierenden und beim wissenschaftlichen Personal der TU zu erhöhen sowie die Dropout-Rate von Studentinnen zu senken.
Ein Doktorandinnen-Kolleg und laufbahnunterstützende Maßnahmen waren die Kernbereiche des Projektes. Im Kolleg waren acht Doktorandinnen (je zwei an den vier teilnehmenden Fakultäten Elektrotechnik, Informatik, Maschinenwesen, Chemie) für vier Jahre mit 25h als Universitätsassistentinnen  (Univ.Ass.) angestellt. Rahmenbedingungen waren ein qualitativ hochwertiges Curriculum sowie die Verpflichtung zur Beteiligung an WIT-Maßnahmen.
Zu den laufbahnunterstützenden Maßnahmen gehörte

  •     die TUwas! Initiativen für Studentinnen, Nachwuchswissenschafterinnen und Fakultätsangehörige
  •     die techNIKE Angebote für Schülerinnen, Studentinnen und Kooperationspartnerinnen
  •     das Online-Mentoring für Schülerinnen und Studentinnen
  •     das TU!Mentoring als Gruppenmentoring für Studentinnen und Wissenschafterinnen
  •     Initiativen und Maßnahmen in der Öffentlichkeits- und Vernetzungsarbeit

Besonders interessant war dabei die Entstehung des fakultätsübergreifenden Netzwerkes, das aufgrund der Dynamik und der breiten Fächerung der Initiativen und Angebote  dem Projekt und den beteiligten Akteur_innen zusätzliche Benefits bot. Durch die Einbindung von Student_innen, Wissenschafter_innen, Mitarbeiter_innen der TU Wien sowie externen Kooperationspartner_innen konnte das Verständnis für die Notwendigkeit frauenfördernder Maßnahmen positiv beeinflusst werden. Dies führte zu Sensibilisierungen aller Projektbeteiligten und entfachte vielfältige Diskussionen rund um das Projekt und seine Auswirkungen. Insgesamt verbesserte das Maßnahmenpaket für Mädchen und Frauen den Zugang zur Technik und unterstützte Frauen in ihrer wissenschaftlichen, technischen Laufbahn. Frauenfördermaßnahmen wie diese sind ein wichtiger, jedoch nicht der einzige notwendige Baustein für ein Konzept der Nachhaltigkeit von Netzwerken und Strukturen, die das Ziel haben, Benachteiligungen zu eliminieren.
fFORTE WIT – Women in Technology wurde von der TU Wien und dem Programm fFORTE im BMWF (Bundesministerium für Wissenschaft und Forschung) durchgeführt und lief von 2008 bis 2012.


CHANGES:


Im Projekt CHANGES  wurden zwanzig TU-Studentinnen praxisnahe auf ihrem Weg vom Studium in die berufliche Karriere begleitet. Durch die Beteiligung zweier Unternehmen (BIOENERGY 2020+ und AIT Austrian Institute of Technology) hatten die Frauen die Chance, ein vielfältiges Spektrum an möglichen Betätigungsfeldern im Forschungsbereich kennenzulernen. Im Rahmen des Projektes haben sie Forschungsarbeiten für ihr Studium bei den zwei beteiligten Unternehmen geschrieben, wobei die Möglichkeiten von der Übernahme bereits fixierter Forschungsfragen und Projekte bis zur Konzeption eigener Fragestellungen reichten. Vergeben wurden kurze (Sommer)praktika und Bachelorarbeiten sowie sechsmonatige Diplomarbeitsprojekte und längerfristige Dissertationsstellen.
Für die Studentinnen gab es ein umfangreiches Rahmenprogramm mit Exkursionen, Seminaren, Coaching, Förder-Assessment Center und Mentoring Programm. Ziel war es herauszufinden, wie der individuelle Traumjob aussieht und worauf TU-Absolventinnen achten müssen, um auch wirklich im qualifizierten Berufsfeld zu landen. Das Projekt wurde von der Forschungsförderungsgesellschaft FFG gefördert und lief von Oktober 2010 bis September 2012.