Technische Universität Wien
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2016-09-21 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

VCÖ-Mobilitätspreis für TU-Projekt

Lieferservice in grün: Ein Projekt der TU Wien hat untersucht, wie man in innerstädtischen Räumen eine nachhaltige Zustelllogistik entwickeln kann. Dafür gab es nun den Mobilitätspreis des VCÖ.

Willi Nowak (VCÖ), Herbert Kasser (bmvit), Arnulf Wolfram (Siemens CEE), Martin Schwaiger (SATIAMO GmbH), Bartosz Piekarz (i-LOG Integrated Logistics GmbH), Christoph Six (Inst. f. Fahrzeugantriebe & Automobiltechnik, TU Wien), Andreas Krawinkler (Inst. f. Betriebswirtschaftslehre, Uni Wien), Roland Hackl (tbw research GesmbH), Silvia Kaupa-Götzl (ÖBB-Postbus GmbH), Andrä Rupprechter (Bundesminister für Land-, Forst-, Umwelt und Wasserwirtschaft) (v.l.n.r.) [1]

VCÖ-Preis für neue Logistik-Ideen [2]

Die neue Idee: Verteilungs-Hubs in der Stadt [3]

Wie kommen Waren auf umweltfreundliche Weise vom Lager zum Zielort? Im  Forschungsprojekt  „GreenCityHubs“  wurde ein  Konzept  für eine  nachhaltige  innerstädtische Zustelllogistik  entwickelt. Ideen aus der Antriebstechnik flossen ebenso in das Konzept ein wie Erkenntnisse der Stadtplanung und Erfahrungswerte aus der Transportindustrie. Vom Verkehrsclub Österreich (VCÖ) wurde das Projekt nun mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnet. Neben dem Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien waren auch die i-LOG Integrated Logistics GmbH, die Satiamo GmbH, die tbw research GesmbH sowie das Institut für Betriebswirtschaftslehre der Universität Wien am Projekt beteiligt.

Transport in zwei Schritten

„Eine unserer zentralen Ideen ist, innerstädtische Verteilerzentren zu etablieren“, erklärt Christoph Six vom Institut für Fahrzeugantriebe und Automobiltechnik der TU Wien. Die Waren würden dann zunächst von außerhalb der Stadt zu einem der Verteilerzentren (oder „City Hubs“) transportiert, der letzte Schritt der Logistikkette, die „letzte Meile“ bis zum endgültigen Bestimmungsort, kann dann mit anderen, kleineren Fahrzeugen erledigt werden. „Für die Fahrten innerhalb der Stadt sind Elektrofahrzeuge heute bereits durchaus geeignet“, meint Christoph Six. „Für den Transport großer Warenmengen über weite Strecken hingegen gibt es bessere Optionen.“ Das ist einer der Gründe, warum es sinnvoll ist, die Logistikkette mit Hilfe der City Hubs aufzuteilen.

Durch die Einführung von Green City Hubs soll die Länge der Zustellfahrten im urbanen Bereich verringert und der Emissionsausstoß sowie auch der Energie- bzw. Ressourcenverbrauch reduziert werden. Betrachtet wird dabei in erster Linie der  Großraum  Wien: Um ein realistisches Modell der Warenströme zu erhalten, wurde mit mehreren Wiener Zustellfirmen zusammengearbeitet. So entstand ein Simulationsmodell, mit dem man nun alternative Fuhrpark- und Tourenkombinationen evaluieren kann.

Auszeichnung für interdisziplinäre Forschung
Entscheidend war es, das Thema aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten: „Es gibt eine technische Perspektive, in der es um alternative Fahrzeug- und Antriebstechnik geht, eine städteplanerische Perspektive,  was  Themen  wie  Fahrverbote und  Infrastruktur  angeht, sowie auch eine transportorientierte Perspektive,  um  die  praktische  Realisierbarkeit  der  termingerechten  Transportabwicklung  im  alternativen  Verteilsystem  sicherzustellen“, erklärt Six. Dieser  explizit  interdisziplinäre Forschungsansatz  soll  zu  einem  in  wirtschaftlicher,  sozialer  und  ökologischer  Hinsicht ausgewogenem  Ergebnis  führen.

Vom Verkehrsclub Österreich wurde das Projekt „GreenCityHubs“ nun mit dem Mobilitätspreis ausgezeichnet. Der VCÖ-Mobilitätspreis wurde am 19. September 2016 bereits zum 25. Mal vergeben.

[1] Copyright: VCÖ - Mobilität mit Zukunft/APA-Fotoservice/Schedl
[2] Copyright: Fotolia_Mapics
[3] Copyright: iStock / tbwr