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2016-09-30 [

Nicole Kassar | Herbert Kreuzeder

 | Wiener Stadtwerke | TU Wien ]

URBEMize me! – TU Wien und Wiener Stadtwerke feiern ihr Erfolgsprojekt URBEM

Prototyp berechnet komplexe Mobilitäts- und Energieszenarien für die Stadt der Zukunft

Wiener Stadtwerke Vorstandsdirektor Mag. Robert Grüneis, Projektverantwortliche bei den Wiener Stadtwerken Dr. Ilse Stockinger, Wiener Stadtwerke Generaldirektor Dr. Martin Krajcsir, Wissenschaftlichen Leiter von URBEM-DK Univ. Prof. Thomas Bednar, Projektverantwortliche der TU Wien Dr. Gudrun Weinwurm, Vizerektor für Forschung & Innovation der TU Wien Univ.-Prof. Johannes Fröhlich (v.l.n.r.)

Wiener Stadtwerke und TU Wien zogen nach drei Jahren gemeinsamer Anstrengungen eine sehr erfolgreiche Bilanz über das Doktoratskolleg URBEM (Urbane Energie- und Mobilitätssysteme). Bei der Abschlussveranstaltung am Donnerstag wurden die Ergebnisse der zehn Dissertationen präsentiert. Die aus verschiedenen Fachrichtungen verdichteten Erkenntnisse münden in einen Prototyp, mit dem die Wiener Stadtwerke zukünftige Infrastruktur-Investitionen auf Basis aktueller Echtdaten vorab simulieren können. Auf eine Formel gebracht lautet der Ansatz "URBEMize me!" – mit dem URBEM-Tool können das zukünftige Mobilitätsverhalten sowie Energieverbrauch und –versorgung in komplexen Szenarien berechnet werden.

URBEM verhandelt große Fragen – und das aus ökonomischer, technologischer, gesellschaftlicher und ökologischer Perspektive: Wie soll die Stadt der Zukunft aussehen? Wie plant man heute die nachhaltige und lebenswerte Stadt von morgen? Die Wiener Stadtwerke ko-finanzierten drei Jahre lang den Weg von zehn Dissertant_innen und erhielten im Gegenzug eine ganze Reihe an Antworten, die zum Teil unmittelbar in die Arbeit des kommunalen Infrastruktur-Dienstleisters fließen werden. Bei der Abschluss-Präsentation im TUtheSky des Plus Energie-Bürohochhauses der TU präsentierten die Doktorand_innen ihre Ergebnisse.

Beeindruckt von den Leistungen zeigte sich Wiener Stadtwerke-Vorstandsdirektor Robert Grüneis: "Wien wächst rasant und die Wiener Stadtwerke tun alles, um in wirtschaftlich herausfordernden Zeiten die bestmögliche Versorgung für alle zu garantieren. Dazu brauchen wir die Kooperation mit Forschungseinrichtungen. URBEM ist für mich ein Idealfall und ich bin stolz, dass uns die TU so viel Know-how zur Verfügung gestellt hat. Es geht nun an die Praxisarbeit, mit der wir schon morgen beginnen werden."

Univ.-Prof. Johannes Fröhlich, Vizerektor für Forschung & Innovation: "Wer, wenn nicht die Nachwuchswissenschaftler und Forscherinnen sollen über die Stadt der Zukunft nachdenken? URBEM macht deutlich, dass wissenschaftlich-technische Lösungen orientiert an gesellschaftlichen Aspekten direkt in die Umsetzung gehen können. Dazu braucht es starke Partner wie die Wiener Stadtwerke. Ich gratuliere uns allen zu diesem Erfolg."

Grüneis und Fröhlich bedankten sich unisono bei den Projektverantwortlichen beider Häuser, Gudrun Weinwurm (TU Wien) und Ilse Stockinger (Wiener Stadtwerke) sowie beim wissenschaftlichen Leiter des Projekts, Univ. Prof. Thomas Bednar. Die Dissertant_innen demonstrierten u.a. in einem gemeinsam erarbeiteten 15-minütigen Video, was das URBEM-Tool bereits jetzt kann, und wo seine zukünftigen Potentiale liegen. Sie sind davon überzeugt, dass ihre gemeinsame Forschungsarbeit auf andere Städte anwendbar ist, sofern valide Echtdaten zur Verfügung stehen. Nicht unterschätzt werden sollte jedenfalls der technische sowie der interdisziplinäre Abstimmungsaufwand. Die Modelle sind so komplex, dass trotz modernster Großrechenanlagen teils tagelange Rechenoperationen notwendig sind. Ob URBEM fortgesetzt oder in veränderter Form neu aufgelegt wird, wird sich in den kommenden Monaten entscheiden.

Webtipp: http://urbem.tuwien.ac.at 


Bild: © Wiener Stadtwerke/APA-Fotoservice Martin Lusser