Technische Universität Wien
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2017-09-07 [

Florian Aigner

 | Büro für Öffentlichkeitsarbeit ]

TU-Chemiker beim „Falling Walls“ Finale in Berlin

In drei Minuten ein Forschungsprojekt vorstellen und dabei eine hochkarätige Jury begeistern – das gelang Johannes Bintinger mit seiner Geruchserkennungs-Technologie.

Johannes Bintinger (Mitte) fährt nach Berlin

Viel Zeit hat man nicht, beim „Falling Walls Lab“: In nur drei Minuten muss man es schaffen, ein Forschungsprojekt, einen Business Plan oder eine soziale Initiative vorzustellen. Wer damit eine Jury überzeugen kann, gewinnt. Johannes Bintinger, Postdoc am Institut für Angewandte Synthesechemie der TU Wien sowie am AIT, konnte nun das Falling Walls Lab im Rahmen der Technologiegespräche in Alpbach für sich entscheiden und zieht damit ins Finale ein, das in Berlin stattfinden wird. Bintinger präsentierte ein neues Konzept für Geruchssensoren.

Riechen ist schwierig
Viele Messgeräte erfüllen ähnliche Funktionen wie unsere Sinne: Kameras sind elektronische Versionen von Augen, Mikrophone ahmen das Gehör nach und mechanische Sensoren den Tastsinn. Den Geruchssinn technisch nachzubauen ist allerdings viel komplizierter. Um das zu erreichen, vereint Johannes Bintinger Elektronik mit Biologie. Eine Graphen-Oberfläche wird mit speziellen Proteinen versehen. Durch die spezifische Reaktion des Geruchsmoleküls mit dem Protein werden die elektrischen Eigenschaften des darunterliegenden Graphens verändert, was man als elektrisches Signal auslesen kann. An der Technologie wird derzeit in den Labors der TU Wien und des AIT noch gearbeitet, ein erster Prototyp in Form eines USB-Sticks ist bereits fertig.

Mit seinem Kurzbericht über diese Geruchssensoren-Technologie konnte sich Bintinger im April dieses Jahres in der ersten Runde von „Falling Walls Lab“ in Wien für die zweite Runde in Alpbach qualifizieren. Durch den Sieg in Alpbach schaffte er es nun zur Weltausscheidung in Berlin, die am 8. und 9. November, stattfinden wird.

Foto: Copyright: AIT/Johannes Zinner