Technische Universität Wien
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2009-01-22 [

Wolfgang Pousek

  ]

Anerkennung von Prüfungen

Anerkennung von Prüfungen (§ 78 UG 2002, BGBl. Nr. 120/2002 idgF)

Generelle Anerkennung von Prüfungen an der Technischen Universität Wien

Der Senat hat in seiner Sitzung vom 25. Juni 2007 einstimmig beschlossen:
§ 1: Eine positiv beurteilte Prüfung, welche im Rahmen eines ordentlichen Studiums an der Technischen Universität Wien absolviert wurde, gilt generell und ohne Ausstellung eines Bescheides auch für ein anderes Studium an der Technischen Universität Wien als anerkannt, wenn die entsprechende Lehrveranstaltung den gleichen Titel, den gleichen Typ und den gleichen Umfang an ECTS-Punkten ausweist und überdies gemäß dem an der Technischen Universität Wien verwendeten Datenverwaltungssystem für die an der Technischen Universität Wien abgehaltenen Lehrveranstaltungen in einem Studienplan dieses anderen Studiums zugeordnet ist bzw. war. Wurde die Prüfung vor der Zulassung zu diesem anderen Studium absolviert, so gilt das Datum der Zulassung als Datum für die Anerkennung, ansonsten das Datum der Prüfung.
§ 2: Sind nicht alle der in § 1 angeführten Bedingungen erfüllt, insbesondere bei Fehlen oder bei falscher Zuordnung von ECTS-Punkten, so entscheidet das zuständige studienrechtliche Organ, ob eine Prüfung gemäß § 1 ohne Bescheid als anerkannt gilt.

Was wird anerkannt?

Positiv beurteilte Prüfungen, die ordentliche Studierende an einer anerkannten inländischen oder ausländischen postsekundären Bildungseinrichtung, einer berufsbildenden höheren Schule, einer Höheren Anstalt für Lehrer- und Erzieherbildung, in Studien an anerkannten inländischen Bildungseinrichtungen, deren Zugang die allgemeine Universitätsreife erfordert, oder in einem Lehrgang universitären Charakters abgelegt haben, sind auf Antrag der oder des ordentlichen Studierenden vom für die studienrechtlichen Angelegenheiten zuständigen Organ bescheidmäßig anzuerkennen, soweit sie den im Curriculum vorgeschriebenen Prüfungen gleichwertig sind. Die an einer inländischen Universität oder an einer Universität der Europäischen Union oder des Europäischen Wirtschaftsraumes für ein Fach abgelegten Prüfungen sind für das gleiche Fach im weiteren Studium desselben Studiums an einer anderen inländischen Universität jedenfalls anzuerkennen, wenn die ECTS - Anrechnungspunkte gleich sind oder nur geringfügig abweichen. Solche Anerkennungen können im Curriculum generell festgelegt werden.

Die an österreichischen Konservatorien mit Öffentlichkeitsrecht abgelegten Prüfungen sind auf Antrag der oder des ordentlichen Studierenden bescheidmäßig anzuerkennen, soweit sie den im Curriculum vorgeschriebenen Prüfungen gleichwertig sind. Solche Anerkennungen können im Curriculum generell festgelegt werden. 

Die wissenschaftliche Tätigkeit in Betrieben oder außeruniversitären Forschungseinrichtungen, die eine wissenschaftliche Berufsvorbildung vermitteln können, sind entsprechend der Art der Forschungstätigkeit und der Forschungsprojekte der betreffenden Einrichtung sowie nach Art und Umfang der Mitwirkung oder Tätigkeit der oder des Studierenden nach Maßgabe der Gleichwertigkeit auf Antrag der oder des ordentlichen Studierenden bescheidmäßig als Prüfung anzuerkennen. 

Die künstlerische Tätigkeit an Institutionen außerhalb der Universität, die eine künstlerische Berufsvorbildung vermitteln können, kann entsprechend der Art der künstlerischen Tätigkeit sowie nach Art und Umfang der Mitwirkung oder Tätigkeit der oder des Studierenden nach Maßgabe der Gleichwertigkeit auf Antrag der oder des ordentlichen Studierenden bescheidmäßig als Prüfung anerkannt werden. 

Auf Antrag ordentlicher Studierender, die Teile ihres Studiums im Ausland durchführen wollen, ist bescheidmäßig festzustellen, welche der geplanten Prüfungen den im Curriculum vorgeschriebenen Prüfungen gleichwertig sind. Die für die Beurteilung notwendigen Unterlagen sind von der Antragstellerin oder dem Antragsteller vorzulegen. 

Positiv beurteilte Prüfungen, die außerordentliche Studierende abgelegt haben, sind für ordentliche Studien nur insoweit anerkennbar, als sie im Rahmen von Universitätslehrgängen oder vor der vollständigen Ablegung der Reifeprüfung oder der Studienberechtigungsprüfung oder der Ergänzungsprüfung für den Nachweis der körperlich-motorischen Eignung oder der Zulassungsprüfung für den Nachweis der künstlerischen Eignung für das Studium, für welches die Prüfung anerkannt werden soll, abgelegt wurden.

Die Anerkennung einer Prüfung gilt als Prüfungsantritt und positive Beurteilung der entsprechenden im Curriculum vorgeschriebenen Prüfung in dem Studium, für welches die Prüfung anerkannt wird.

Wer entscheidet über die Anerkennung?

Zuständig für die Anerkennung ist die/der jeweilige Studiendekan/in als studienrechtliches Organ für diejenige Studienrichtung, die die Antragstellerin oder der Antragsteller derzeit an der Technischen Universität Wien betreibt. Näheres über Person und Sprechstunden kann am Dekanat erfragt werden. 

Was ist vorzulegen?

Um die Anerkennung beantragen zu können, müssen entsprechende Nachweise darüber vorgelegt werden. Je detaillierter diese Unterlagen sind, desto rascher und einfacher ist das Verfahren. Für im Ausland absolvierte Studien und Prüfungen sollten insbesondere die gültigen Studienpläne und nach Möglichkeit Angaben über die Inhalte des Studiums beilgelegt werden. Die Unterlagen müssen entweder im Original oder in beglaubigter Kopie vorgelegt werden. Fremdsprachigen Dokumenten sind beglaubigte Übersetzungen beizufügen. Sämtliche ausländische Dokumente müssen ordnungsgemäß beglaubigt sein.

Die Anerkennung einer Prüfung gilt als Prüfungsantritt und positive Beurteilung der entsprechenden im Curriculum vorgeschriebenen Prüfung in dem Studium, für welches die Prüfung anerkannt wird. 

Feststellung im Voraus

Häufig möchten Studierende, bevor sie einen Teil ihres Studiums im Ausland absolvieren, Sicherheit über die Anerkennungsmöglichkeiten haben, die nach ihrer Rückkehr an die österreichische Universität bestehen. Daher gibt es die Möglichkeit, einen Antrag auf vorherige Feststellung der Anerkennbarkeit zu stellen. Dazu müssen Unterlagen (Studienpläne, Beschreibung der Studieninhalte) über den Studienteil, den man im Ausland absolvieren möchte, der Studiendekanin oder dem Studiendekan vorgelegt werden. Diese oder dieser stellt dann durch einen Bescheid im Voraus fest, in welchem Ausmaß die Anerkennung der geplanten Auslandsstudien erfolgen kann. Nach der Rückkehr ist sodann die österreichische Universität an diesen Bescheid gebunden, sofern alle darin festgelegten Bedingungen erfüllt worden sind.

Bei universitären Austauschprogrammen, wie zum Beispiel Joint Study-Programmen ist die Möglichkeit der Anerkennung bereits im Voraus festgelegt, da diese einen Bestandteil des Programms bildet. Üblicherweise werden solche Programme im Mitteilungsblatt der jeweiligen Universität veröffentlicht. In diesem Fall genügt es, die im Programm festgelegten Bedingungen zu erfüllen; dadurch erhält die Studierende oder der Studierende einen Rechtsanspruch, nach Rückkehr an die österreichische Universität ihre oder seine ausländischen Studienleistungen anerkannt zu bekommen. Das ist besonders für die Teilnahme an EU-Austauschprogrammen wie SOKRATES, LEONARDO und TEMPUS II oder CEEPUS von großer Bedeutung; zum Teil bestehen hier auch eigene Antragsformulare. Zuständig hiefür ist ebenfalls die Studiendekan oder der Studiendekan.

Besondere Hilfe kann das Auslandsbüro (Außeninstitut der TU-Wien: 1040 Wien, Gußhausstr. 28, Tel: (01)58801/41500) anbieten: www.tuwien.ac.at/ai/.

Wo ist die Anerkennung zu beantragen? 

Die erforderlichen Formulare sind von der Studierenden oder vom Studierenden zweifach auszufüllen und in der Studien- und Prüfungsabteilung abzugeben.
Je Studienabschnitt ist ein eigener Bogen zu verwenden.

Beweisaufnahme

Mit diesen von der Studien- und Prüfungsabteilung beglaubigten und nummerierten Bögen kann die Studierende oder der Studierende bei der jeweiligen zuständigen Universitätslehrerin oder -lehrer die Stellungnahme bezüglich der Gleichwertigkeit der absolvierten Studien und Prüfungen verlangen.

Diese Stellungnahme ist durch die einzelnen Prüfern auf Seite 3 des Ansuchens in beiden Ausfertigungen zu vermerken und hat den Charakter einer Beweisaufnahme.

Bei Anrechnungen für das Diplomstudium Informatik bzw. die Bakkalaureatsstudien aus Informatik und das Diplomstudium Bauingenieurwesen sind laut Auskunft der Studiendekanin / des Studiendekans keine Stellungnahmen der einzelnen Prüfer notwendig.

Bescheidmäßige Erledigung

Nach Einholung sämtlicher für die Anerkennung erforderlichen Unterschriften sind die Anerkennungsbögen in der Studien- und Prüfungsabteilung einzureichen. Diese leitet das Ansuchen an die/den zuständige/ Studiendekan/in zur Entscheidung weiter.

Die Ausfertigung und Ausfolgung der Bescheide erfolgt nach Verständigung über E-Mail (TU-Account) oder postalisch durch die Studien- und Prüfungsabteilung. Das Ansuchen sowie die bescheidmäßige Erledigung werden in der Evidenzmappe der/des Studierenden abgelegt. 

Über Anerkennungsanträge in erster Instanz ist spätestens zwei Monate nach Einlangen des Antrages bescheidmäßig zu entscheiden. 

Weitere Auskünfte erteilen die MitarbeiterInnen der Studien- und Prüfungsabteilung, Tel: (01)58801/41065 oder 41069