Technische Universität Wien
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2014-09-12 [

Ulrich Leth

 | Institut für Verkehrswissenschaften ]

Neues grenzüberschreitendes Verkehrsmodell an der TU Wien vorgestellt

Der Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik (FVV) der TU Wien verfügt seit kurzem über ein multimodales, grenzüberschreitendes Verkehrsmodell der CENTROPE-Region.

Das Modell umfasst neben der gesamten CENTROPE-Region noch Teile der Steiermark sowie das Komitat Zala in Ungarn.

Das Modell ermöglicht die Simulierung geplanter Infrastrukturprojekte und die Abschätzung ihrer verkehrlichen Auswirkungen. So können teure Fehlinvestitionen vermieden werden.

Das Modell umfasst die Bundesländer Wien, Niederösterreich, Burgenland und Teile der Steiermark inkl. Graz, die ungarischen Komitate Győr-Moson-Sopron, Vas und Zala, Bratislava und Trnava in der Slowakei sowie den Kreis Südmähren in Tschechien.

„Infrastrukturentscheidungen endlich auf eine solide Basis stellen“
Prof. Günter Emberger, Projektleiter an der TU Wien, über das Ziel des Projektes: „Die bestehenden Verkehrsmodelle endeten aus finanziellen oder administrativen Gründen fast alle an der jeweiligen Staatsgrenze. Mit unserem neuen Verkehrsmodell können wir nun erstmals die Auswirkungen von grenznahen oder grenzüberschreitenden Infrastrukturmaßnahmen abschätzen und so eine solide Basis für Entscheidungen liefern.“

Im Rahmen des Projektes wurden zu Demonstrationszwecken bereits einige geplante Straßenbauvorhaben modelliert und ausgewertet. DI Dr. Igor Ripka, Senior Modeler am FVV: „Wir haben uns z.B. schon die geplante S8 oder die neue March-Straßenbrücke in Angern angesehen. Natürlich wird es dort Verlagerungen vom Öffentlichen Verkehr auf die Straße geben – das passiert immer, wenn neue, attraktive Straßenverbindungen gebaut werden.“

Im Modell können jedoch nicht nur Straßenbauvorhaben abgebildet werden, sondern auch ÖV-Maßnahmen, wie Streckenneubauten, neue Bahn- und Buslinien sowie Taktverdichtungen.

Bewusstseinsbildung für EntscheidungsträgerInnen
Die halbjährlichen Vernetzungstreffen wurden nicht nur zum projektinternen Erfahrungsaustausch genutzt. „Im Rahmen unserer Informationsveranstaltungen haben wir die Entscheidungsträger aus den Regionen für die Möglichkeiten aber auch die Risiken und Manipulationsgefahren von Verkehrsmodellen sensibilisiert“, berichtet Projektmanager DI Ulrich Leth über die Fachbeiratssitzungen. „In der Praxis entscheidet leider oft der Geldgeber über die Modellergebnisse; wir als Universität konnten uns völlig neutral der Aufgabenstellung widmen“, so Leth weiter.

Weitere Anwendungsbereiche gesucht
Gemeinsam mit der TU Bratislava, der Universität Győr und CDV Brno wurde das CENTROPE-Modell in drei getrennten Projekten erstellt. Dabei wurden bestehende Verkehrsmodelle u.a des österreichischen Verkehrsministeriums (BMVIT) und der Stadt Wien (MA 18) mit ungarischen, slowakischen und tschechischen Modellen vereinigt. Die Finanzierung erfolgte zu 85% auf dem Europäischen Fonds für Regionale Entwicklung (EFRE).
„Wir würden uns freuen, unser Verkehrsmodell im Vorfeld künftiger Infrastrukturentscheidungen in der Grenzregion Österreich – Ungarn – Slowakei – Tschechien für die Evaluierung geplanter Maßnahmen zur Verfügung zu stellen“, bietet Projektleiter Prof. Emberger an. „So könnten teure Fehlinvestitionen vermieden werden.“

Nähere Informationen & Kontakt:
Forschungsbereich für Verkehrsplanung und Verkehrstechnik, TU Wien
Ao.Univ.Prof. Mag. Dr. Günter Emberger
T: +43-1-58801-23112
guenter.emberger@tuwien.ac.at   
http://www.ivv.tuwien.ac.at/forschung/projekte/international-projects/vkm-de.html